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Fachkräftezuwanderungsgesetz auch für Auszubildende

Kleine und mittlere Betriebe, oft familiengeführt, sind das Herz der beruflichen Ausbildung in Deutschland. Ob Bäcker, Installateur, Kfz-Mechaniker oder Schreiner - 70 Prozent aller Auszubildenden lernen bei uns in Betrieben mit sechs oder maximal 500 Mitarbeitern. Aber während die Zahl der Erwerbstätigen immer weiter steigt und mit mehr als 44 Millionen auf einer bundesweiten Rekordhöhe liegt, bilden in Deutschland immer weniger Betriebe aus, weil die Bewerber fehlen.

Vor allem für kleinere Unternehmen, auch bei uns im Kreis, ist das ein riesiges Problem. Aus diesem Grund hatte die Bundesagentur für Arbeit in Paderborn, neben Experten aus der Praxis, auch mich zum "Faktor A Business Talk" eingeladen, um über Ursachen, Ansätze und Maßnahmen zu diskutieren.

Bundespolitisch sehe ich klar einen Hebel beim Fachkräftezuwanderungsgesetz, über das das Kabinett jetzt am 19. Dezember beschließt und das unter anderem eine Lockerung für Fachkräfte aus Nicht-EU-Staaten vorsieht. Fünf Millionen Menschen aus der EU leben und arbeiten bei uns in Deutschland. 400.000 EU-Bürger kommen jedes Jahr neu dazu. Es ist wichtig, dass wir die Fachkräftezuwanderung auch für Auszubildende öffenen und die Visaverfahren für Nicht-EU-Bürger beschleunigen.

Außerdem haben wir am 6. November im Bundestag das Teilhabechancengesetz verabschiedet, bei dem der Staat den Arbeitgebern hohe Lohnzuschüsse gewährt, wenn sie Langzeitarbeitslose einstellen. Das Gesetz tritt zum 1. Januar in Kraft. So können Unternehmen, die Personen beschäftigen, die mehr als sechs Jahre Sozialleistungen wie Hartz IV bezogen haben, in den ersten beiden Jahren 100 Prozent des Lohns zurückbekommen. In den Jahren danach verringert sich der Zuschuss jeweils um zehn Prozent, nach fünf Jahren ist dann Schluss. Für Personen, die mehr als zwei Jahre arbeitslos waren, betragen die Lohnzuschüsse 75 und 50 Prozent.